Pflanzen zu den Jahreskreisfesten

Tina Igelbrink • 21. März 2026

Alban Eilir - Bärlauch

Schon von weitem kann man ihn riechen, wenn man in zeitigen Frühling den Wald betritt: Der Bärlauch, auch Waldknoblauch oder Ramsen genannt, kann man zwar schon vor der Tag- und Nacht-Gleiche im Frühling finden, aber für mich gehört er definitiv in die traditionelle Gründonnerstags-Suppe oder auch Neun-Kräuter-Suppe. Umrankt von Mythen und Brauchtum, galt er in früheren Zeiten als heilige Pflanze. Seine frischen, grünen Blätter symbolisierten die wiedererwachende Natur nach dem Winter.

Der Bärlauch als Pflanze

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium) und eng mit dem Knoblauch (Allium sativum) verwandt. Die ausdauernde, krautige Pflanze ist ein Frühlingsblüher mit einer Zwiebel als Speicherorgan und wird ungefähr 20 bis 30 cm groß. Die Blütezeit reicht von März bis Mai und hängt stark von der geographischen Lage, Höhenstufe, Boden, Mikroklima und weiteren Faktoren ab. Nach der Blüte verschwinden der intensive Geruch und Geschmack des Bärlauchs. Dieser zieht sich bis zum Frühsommer wieder in die Erde zurück
Bärlauch ist in vielen europäischen Wäldern heimisch und bekannt für seinen würzigen, knoblauchähnlichen Geschmack. Die in manchen Gebieten heute noch übliche Bezeichnung "Ramser" oder "Rämsch" führt zum althochdeutschen Ausdruck "ramsada". Der mittelhochdeutsche Begriff "Rams" findet sich noch heute in vielen Ortsnamen, beispielsweise Ramsloh oder Ramsau.
Den Bärlauch findet man im zeitigen Frühling in feuchten Wäldern und gern an Bachläufen. Er wächst gerne in Buchenwäldern und Senken in denen sich das Wasser sammelt. Am Geruch kann ihn schon von weitem riechen. Dort bildet er dichte Teppiche aus großen, glänzenden, lanzettlichen Blättern, die fast den gesamten Boden bedecken.

Der Bärlauch und seine Symbolik



Die Pflanze galt schon zur Zeit der Germanen als Symbol des Frühlings und der Erneuerung. Es wurde angenommen, dass es den Körper von den letzten Winterkrankheiten reinigt und neue Lebensenergie verleiht. Mit seiner intensiven Wirkung auf das Immunsystem und seiner Fähigkeit, den Körper zu stärken zeigt der Bärlauch die wiederkehrende Kraft der Natur. Diese Erkenntnis konnte man in frühen Zeiten bei den Bären beobachten: Nach ihrem Winterschlaf im Frühling fressen Bären als erstes den Bärlauch. Man glaubte, dass er den Bären nach dem Winter ihre Kraft zurückgibt.
Schon in der germanischen Mythologie war der Bärlauch dem Bären geweiht. Man glaubte, dass er Männlichkeit und Stärke verleihe und den Menschen vor bösen Geistern schütze. Der Bär war in vielen Kulturen ein heiliges Tier und symbolisierte Kraft, Mut, Stärke und Wildheit und fand Einzug im Brauchtum der Winteraustreibung und des Aufweckens des Frühlings. Aber auch außerhalb Europas war der Bär ein wichtiges Symbol, wie Darstellungen von Medizinmännern zeigen. Die Kraft des Bären sollte durch das Einhüllen in sein Fell auf den medizinkundigen "Schamanen" übergehen. Eine ähnliche Analogie findet sich in vielen Mythen im Bild des Bären als ein verwandelter Mensch wie das Märchen Schneeweißchen und Rosenrot zeigt.

Der Bärlauch als Schutz


Im Mittelalter galt der Bärlauch in vielen Kulturen als Schutzpflanze. Man sagte ihm nach, böse Geister abzuwehren und das Heim vor Unglück zu schützen. Er wurde oft in Bündeln in Haus und Hof gehängt, um Schutz zu bieten, das Böse zu vertreiben und sogar Krankheiten abzuwehren.

In Thüringen feierte man bis ins 20. Jahrhundert das Ramschelfest. Der Bärlauch, der am ersten Sonntag vor Walpurgis gesammelt wurde, sollte Schutz gegen böse Geister und Hexen bringen. Man glaubte, dass der starke Geruch des Bärlauchs die Hexen vertreiben konnte, so wie auch der Knoblauch ein Schutz vor Vampiren bieten soll.

Der Bärlauch ist also mit der Übergangszeit von Alban Eilier und Beltane verbunden. Ende April beziehungsweise Anfang Mai erreicht der Bärlauch sein Optimum an wirksamen Bestandteilen.

Der Bärlauch und das Christentum


Im Christentum wurde der Bär leider als Teufelssymbol dämonisiert und somit auch der Bärlauch verteufelt: Sein starker Geruch wurde als unrein angesehen. Die Wirkung, die er auf die Fruchtbarkeit hatte, führten dazu, dass man ihn auch mit dem Teufel assoziierte und deshalb aus dem Wege ging. Sogar das Bild des Teufels als Bär ist ein altes Motiv in der Mythologie.

Der Bärlauch in Medizin und Kosmetik


Schon die Römer und Griechen verwendeten Bärlauch als Heilpflanze, besonders um die Verdauung zu fördern und den Blutdruck zu senken.

In der Volksmedizin spielte der Bärlauch ebenfalls eine wichtige Rolle. Man nahm an, dass er gegen Frühjahrsmüdigkeit, Erkältungen, Bluthochdruck und Verdauungsbeschwerden hilft. Ich persönlich setzte eine Tinktur mit Bärlauch und Giersch an, die ich bei Frühjahrsmüdigkeit einsetze (Achtung, die ist sehr intensiv und scharf).In der modernen Medizin findet er Verwendung als Antibiotikum, antivirales Mittel, sowie als Entzündungshemmer.

In der Küche ist er flexibel einsetzbar, wie der Knoblauch auch. In Suppen, Rührei, Gemüse oder Nudelgerichten und Brotaufstrichen. Ich konserviere den Bärlauch, indem ich ihn mit Olivenöl in ein Glas schichte und im Kühlschrank aufbewahre oder eine Bärlauchbutter herstelle und diese in kleinen Portionen einfriere. Beliebt ist auch das Bärlauchsalz eine Mischung aus pürierten Bärlauchblättern und Salz, die getrocknet wird, oder in Essig eingelegte Bärlauchblüten.

 

Bärlauch sammeln mit Vorsicht!



Beim Sammeln sollte man aufpassen, dass man ihn nicht mit dem giftigen Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen verwechselt. Durch das illegale entsorgen von Gartenabfällen in Wäldern kommt es gern zu Pflanzengesellschaften mit Kulturpflanzen, die eigentlich gar nicht im Wald vorkommen würden. So hat sich schon manches Maiglöckchen im Wald zwischen Bärlauch verirrt. Gerade wenn man versucht, den Bärlauch in großen Büscheln zu pflücken, ist die Gefahr da, ein anderes Kraut mit zu erwischen. Maiglöckchen und Herbstzeitlose sind sehr giftig, so dass ein Blatt im Pesto ausreicht, um im Krankenhaus zu landen was oft tödlich endet. Etwas, was man jedes Jahr wieder in der Zeitung lesen kann! Daher bitte: Bärlauchblätter einzeln und achtsam pflücken. Die sog. Handstraußregel verbietet ohnehin, den Bärlauch eimerweise aus dem Wald zu holen. Leider wird immer öfter beobachtet, dass Menschen ganze Wäschekörbe voll aus dem Wald tragen und ihn dann verkaufen, was nicht nur illegal ist, sondern auch langfristig der Pflanze und ihrem dem Lebensraum schadet.

 

Autorin: Tina Igelbrink

Fotos: pixabay

von Anna Oakflower • 6. Oktober 2026
Linden feiern - zum 10-jährigen Bestehen der Welt der Linden e. V.
von Tina Igelbrink • 21. September 2026
Goldrute - Herbst Tag- und Nachtgleiche
von anam cara • 5. August 2026
Voyage spirituel à Herbstein : âme volcanique, sentiers ancestraux et murmures des étoiles
von Anam Cara • 5. August 2026
A spiritual journey to Herbstein: the soul of the volcano, ancestral paths and whispers of the stars
von Anam Cara • 5. August 2026
Spirituelle Reise nach Herbstein: Vulkanseele, Ahnenpfade und Sternenflüstern
von Tina Hollerspinne • 4. August 2026
Lughnasadh - der Lavendel
von Tina Hollerspinne • 8. Juli 2026
Die Linde - ein Baum der europäischen Kultur
von Tina Igelbrink • 20. Juni 2026
Alban Hefin - Sommersonnwende - Johanniskraut
von Tina Igelbrink • 27. April 2026
Ja, ich weiß: Spricht man von Beltane oder der Walpurgisnacht kommt einem sofort die Maibowle und der Waldmeister in den Sinn. Ich möchte hier aber ein weiteres Kraut vorstellen, dass mit dem Fest der Fruchtbarkeit in Verbindung steht: Die Brennnessel Nicht nur, weil sie zu dem Zeitpunkt in voller Kraft steht und frisches Grün liefert, sondern auch, weil es aus den Getränken – in diesem Falle Bier – verschwunden ist, weil es ein „Feuer in den Lenden“ hervorrufen soll ... wenn das nicht zu Beltane passt ... aber dazu später mehr. Die Brennnessel als Pflanze Die Brennessel (Urtica dioica), auch Große Brennnessel genannt, aus der Familie der Brennnesselgewächse ist, wie der lateinische Name schon andeutet zweihäusig. Dass heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wer also die wunderbaren Brennnesselsamen im Spätsommer ernten möchte, halte nach den weiblichen Pflanzen Ausschau, die dann an den vollgepackten herabhängenden Samensträngen erkennbar sind. Der Gattungsname der Brennnessel leitet sich dabei vom lateinischen Wort „urere“ (= brennen) ab und verweist auf die Brennhaare der Pflanze, die beim Kontakt mit der Haut Schmerzen und Quaddeln verursachen. Andere Namen dieser altbekannten Heilpflanze sind auch Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Feuerkraut oder Teufelskraut. Brennnessel-Arten sind windbestäubt und sind keine Nektarpflanzen für Insekten. Aber dafür sind Brennnesseln eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. Für die Raupen von fast 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, den man auch Nesselfalter nennt, und das Landkärtchen sind beispielsweise auf die Brennnessel angewiesen, denn andere Pflanzenarten kommen für diese Arten als Futterpflanze nicht in Betracht. In Deutschland kommen noch die Kleine Brennnessel (ihre Brennhaare sind schmerzhafter finde ich), die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel vor. Alle Arten werden in ähnlicher Weise genutzt. Es ist schwierig, die Brennnessel mit anderen Pflanzen zu verwechseln, da ihre Eigenschaft mit Brennhaaren ausgestattet zu sein spätestens beim Pflücken bemerkt wird. Wird man nicht mit Schmerzen begrüßt, hat man wahrscheinlich die Taubnessel erwischt, die ebenfalls essbar ist, aber medizinisch anders verwendet wird. Die Brennnessel kommt weltweit vor (mit Ausnahme der Antarktis). Ein starker Brennnesselbestand gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden. Man findet sie daher auf früher besiedelten Gebieten, weil es dort zu einer größeren Ansammlung von stickstoffhaltigen Substanzen wie Kompost, Exkrementen und dergleichen kam. Ihre Eigenschaft als Stickstoffanzeiger führte allerdings auch dazu, dass auf Luftbildern nach großen Brennnesselbeständen gesucht wurde, um an den Stellen nach Massengräbern nach den Weltkriegen zu schauen ... Die Brennnessel und ihre Geschichte und Symbolik Die Brennnessel hat eine lange Geschichte in der Welt der Spirits. Als Symbol für Stärke, Intuition und Weisheit wurde sie in vielen Kulturen verehrt. So war sie bei den Wikingern beispielsweise ein Symbol für Widerstandskraft und Schutz. Durch ihre Eigenschaft bei Berührung ein Brennen zu verursachen brachte ihr den Glauben ein, sie sei eine Pflanze für eine starke Abwehr gegen böse Geister und negative Einflüsse. Brennnesseln wurden als eine Art Schutzschild um den Hof oder in der Nähe der Haustür angepflanzt oder aufgehängt, um das Heim vor schädlichen Einflüssen und böse Geister zu bewahren. Aber auch das Tragen von einem Beutel mit getrockneten Brennnesseln oder das Räuchern von Brennnesselsamen (insbesondere in der Walpurgisnacht) galt als ein Schutz vor Teufel, Hexen, Geistern, Feuer und Blitzen. Die Brennnessel war den ganzen Frühling hindurch ein wichtiges Schutz- und Glückskraut: Brennnesselpfannkuchen am Johannistag gegessen, sollte vor dem Zauber von Elfen schützen. Man sagte auch, dass, wenn man Brennnesselgemüse am Gründonnerstag isst, man vor Geldsorgen geschützt ist. Im Frühling, der Zeit der Liebe und insbesondere zu Beltane wurde die Brennnessel ein Symbol für unerwiderte Liebe und es kam vor, dass manch einer sie als Liebesgeißel nutzte und sich damit peitschte.
von Anam Cara • 22. März 2026
Lorsque je suis arrivé à Herbstein, j’ai eu l’impression que cet endroit m’accueillait comme une vieille amie. Dès mes premiers pas, une familiarité tranquille flottait dans l’air – presque comme si le sol lui-même reconnaissait mes pas. Je me suis plongé dans le charme hivernal et sombre de cette région, où le silence parle son propre langage et où chaque respiration me relie plus profondément à la terre. Au-dessus de moi, des grimpereaux, des mésanges et des moineaux chantaient – leurs voix étaient un doux salut du printemps à venir. Des écureuils s'affairaient entre les branches, et alors que l'obscurité enveloppait le jour, le cri d'une chouette m'a procuré un sentiment de calme et de sécurité. Cette nuit-là, un ciel d'une rare clarté s'est ouvert au-dessus du village de vacances. Les constellations semblaient me murmurer des histoires, et je sentais mes pensées s’envoler au loin – au-delà des forêts, vers des aspirations et des objectifs enfouis au plus profond de moi. Sous ce firmament scintillant, chaque mot, chaque sourire et chaque pensée semblait prendre tout son sens. Je sentais que tout ce qui est visible n’est qu’une partie d’un tissu plus vaste qui nous relie les uns aux autres. Ce tissu – aussi fin que la lumière dans la rosée du matin, aussi solide que les racines des vieux arbres – est devenu pour moi le symbole de notre thème : « Weaving the Web ». Je pouvais littéralement sentir comment les idées, les actions et les rencontres s’entremêlent pour former un réseau vivant : l’homme et la nature, le passé et l’avenir, le rêve et l’action. Chaque fil que nous tissons ensemble,apporte sa propre touche d'éclat à l'ensemble. Dans le sol gelé, j’ai déchiffré les traces du gibier – de discrets récits de la vie nocturne invisible, qui continue de suivre son cours dans un ordre silencieux. La rivière, sauvage et indomptable, délimitait un espace où la nature et l’homme peuvent respirer côte à côte. Je me suis laissée porter entre bosquets, sentiers enchantés et clairières ouvertes – des lieux qui invitent à s’attarder, à rêver et à écouter. Une énergie particulière et lumineuse imprégnait cet endroit. Je la sentais dans le vent, dans les branches, dans la mousse sous mes pieds. C'était comme si les gardiens de cette terre nous observaient d'un regard bienveillant – comme s'ils voulaient dire : « Vous êtes les bienvenus. » À la fin de notre cercle, un renard est apparu. Silencieux, vigilant, majestueux. Pour moi, il était un messager entre les mondes – l'animal totem de notre cercle, qui nous protégeait et me confirmait que nous étions sur la bonne voie. C’est ainsi que ce week-end de préparation à Herbstein m’a fait ses adieux, comme une compagne qui me chuchote : « Continue. » Je suis revenue en tant que membre d’une communauté qui relie le visible au mystérieux – avec en moi une étincelle porteuse d’idées, de confiance et de la certitude que chaque pas, aussi petit soit-il, fait partie d’un grand chemin commun. Anam Cara photo: Anna Oakflower