Weisheit der Natur - Eine Rezension
1. Februar 2022
Altes Wissen der Druiden für unsere Zeit - Philipp Carr Gomm
Deutschsprachige Literatur von und über Druiden hat immer noch einen gewissen Seltenheitswert. Umso wichtiger ist es, dass mit „Weisheit der Natur“ seit 2009 eines der Werke von Philip Carr Gomm, dem langjährigen Chiefdruid des Order of Bards, Ovates und Druids vorliegt.
Erschienen ist die englische Originalausgabe 2006 in einer Reihe, die sich in Kurzeinführungen mit den Glaubenssätzen, Vorstellungen und Grundannahmen verschiedenster spiritueller und wissenschaftlicher Gruppen auseinandersetzt. Ein idealer Ort, um zu Beginn des 21. Jahrhunderts darüber zu informieren, was genau denn Druiden eigentlich glauben. Und damit fängt das Problem an. Denn ein Kennzeichen der druidischen Bewegung ist ihre Vielfalt, die der der von ihnen verehrten Natur zum Verwechseln ähnlich sieht. Für Philip und viele andere liegt genau hier auch ihre Stärke. Dynamisch, tolerant, mit dem berühmten bifokalen Blick, der auch Gegensätze zusammen zu denken vermag, bietet das Druidentum einen Raum für viele Lebensformen und Überzeugungen. Das Gefühl, nachhause zu kommen, wenn sie beginnen, den druidischen Weg zu gehen, haben deshalb Druiden, die viele Götter anbeten ebenso wie buddhistische, christliche, muslimische oder agnostische Druiden.
Das verbindende Element ist, dass sie alle eine tiefe Verbindung zur Natur haben, als deren selbstverständlicher Teil sie sich erleben. Toleranz herrscht im Druidentum, wie Philip in seinem sympathisch begeisternden Erzählstil darlegt, auch gegenüber den vielen Exzentrikern in der Vergangenheit der Bewegung, wie beispielsweise Iolo Morganwg, der komplette Rituale im walisischen Stil erfand, die so gut gemacht sind, dass sie Traditionslinien wurden und heute von vielen einfach deshalb praktiziert werden, weil sie Teil einer lebendigen Spiritualität geworden sind. Philip beginnt sein Buch mit den Druiden des 21. Jahrhunderts, deren Vorhandensein inzwischen keine Überraschung mehr ist, denn die Bewegung hat in den letzten Jahrzehnten weltweit Interesse ausgelöst und ist zu einem Anziehungspunkt für Sinnsucher geworden.
Die Druiden der Gegenwart repräsentieren zugleich das Spektrum der Möglichkeiten, den druidischen Weg zu gehen und sind der Ausgangspunkt für den historischen Rückblick, in dem Philip vor allem die Geschichte des Revivals der Druiden erzählt. Im inhaltlichen Teil geht es um die Bereiche Schamanismus, Heilkunde, Magie, Ethik und Werte und die verschiedenen Möglichkeiten den Grundideen des druidischen Wegs im Alltag Ausdruck zu verleihen. Die letzten Kapitel beschäftigen sich mit den Möglichkeiten, tiefer in das Druidentum einzutauchen, stellen verschiedene Teile der Bewegung vor und werfen in einem Interview mit Philip einen Blick in die Zukunft des Druidentums. Für Einsteiger ist die Lektüre unbedingt geeignet. Wer mehr wissen möchte, findet in Philips ebenfalls auf Deutsch vorliegendem Buch „Der Weg des Druiden“ einen sehr persönlichen Einblick in seine druidischen Lebensform.
Infos zum Buch: Philip Carr Gomm: Weisheit der Natur. Altes Wissen der Druiden für unsere Zeit
Aurum Verlag, Bielefeld, 2009, 176 S., ISBN 978-3-89901-181-4, 15,88 €

Ja, ich weiß: Spricht man von Beltane oder der Walpurgisnacht kommt einem sofort die Maibowle und der Waldmeister in den Sinn. Ich möchte hier aber ein weiteres Kraut vorstellen, dass mit dem Fest der Fruchtbarkeit in Verbindung steht: Die Brennnessel Nicht nur, weil sie zu dem Zeitpunkt in voller Kraft steht und frisches Grün liefert, sondern auch, weil es aus den Getränken – in diesem Falle Bier – verschwunden ist, weil es ein „Feuer in den Lenden“ hervorrufen soll ... wenn das nicht zu Beltane passt ... aber dazu später mehr. Die Brennnessel als Pflanze Die Brennessel (Urtica dioica), auch Große Brennnessel genannt, aus der Familie der Brennnesselgewächse ist, wie der lateinische Name schon andeutet zweihäusig. Dass heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wer also die wunderbaren Brennnesselsamen im Spätsommer ernten möchte, halte nach den weiblichen Pflanzen Ausschau, die dann an den vollgepackten herabhängenden Samensträngen erkennbar sind. Der Gattungsname der Brennnessel leitet sich dabei vom lateinischen Wort „urere“ (= brennen) ab und verweist auf die Brennhaare der Pflanze, die beim Kontakt mit der Haut Schmerzen und Quaddeln verursachen. Andere Namen dieser altbekannten Heilpflanze sind auch Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Feuerkraut oder Teufelskraut. Brennnessel-Arten sind windbestäubt und sind keine Nektarpflanzen für Insekten. Aber dafür sind Brennnesseln eine sehr wichtige Futterpflanze für Schmetterlingsraupen. Für die Raupen von fast 50 Schmetterlingsarten sind die Brennnesseln eine Futterpflanze. Die Schmetterlingsarten wie der Admiral, das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, den man auch Nesselfalter nennt, und das Landkärtchen sind beispielsweise auf die Brennnessel angewiesen, denn andere Pflanzenarten kommen für diese Arten als Futterpflanze nicht in Betracht. In Deutschland kommen noch die Kleine Brennnessel (ihre Brennhaare sind schmerzhafter finde ich), die Röhricht-Brennnessel und die Pillen-Brennnessel vor. Alle Arten werden in ähnlicher Weise genutzt. Es ist schwierig, die Brennnessel mit anderen Pflanzen zu verwechseln, da ihre Eigenschaft mit Brennhaaren ausgestattet zu sein spätestens beim Pflücken bemerkt wird. Wird man nicht mit Schmerzen begrüßt, hat man wahrscheinlich die Taubnessel erwischt, die ebenfalls essbar ist, aber medizinisch anders verwendet wird. Die Brennnessel kommt weltweit vor (mit Ausnahme der Antarktis). Ein starker Brennnesselbestand gilt allgemein als Zeiger für einen stickstoffreichen Boden. Man findet sie daher auf früher besiedelten Gebieten, weil es dort zu einer größeren Ansammlung von stickstoffhaltigen Substanzen wie Kompost, Exkrementen und dergleichen kam. Ihre Eigenschaft als Stickstoffanzeiger führte allerdings auch dazu, dass auf Luftbildern nach großen Brennnesselbeständen gesucht wurde, um an den Stellen nach Massengräbern nach den Weltkriegen zu schauen ... Die Brennnessel und ihre Geschichte und Symbolik Die Brennnessel hat eine lange Geschichte in der Welt der Spirits. Als Symbol für Stärke, Intuition und Weisheit wurde sie in vielen Kulturen verehrt. So war sie bei den Wikingern beispielsweise ein Symbol für Widerstandskraft und Schutz. Durch ihre Eigenschaft bei Berührung ein Brennen zu verursachen brachte ihr den Glauben ein, sie sei eine Pflanze für eine starke Abwehr gegen böse Geister und negative Einflüsse. Brennnesseln wurden als eine Art Schutzschild um den Hof oder in der Nähe der Haustür angepflanzt oder aufgehängt, um das Heim vor schädlichen Einflüssen und böse Geister zu bewahren. Aber auch das Tragen von einem Beutel mit getrockneten Brennnesseln oder das Räuchern von Brennnesselsamen (insbesondere in der Walpurgisnacht) galt als ein Schutz vor Teufel, Hexen, Geistern, Feuer und Blitzen. Die Brennnessel war den ganzen Frühling hindurch ein wichtiges Schutz- und Glückskraut: Brennnesselpfannkuchen am Johannistag gegessen, sollte vor dem Zauber von Elfen schützen. Man sagte auch, dass, wenn man Brennnesselgemüse am Gründonnerstag isst, man vor Geldsorgen geschützt ist. Im Frühling, der Zeit der Liebe und insbesondere zu Beltane wurde die Brennnessel ein Symbol für unerwiderte Liebe und es kam vor, dass manch einer sie als Liebesgeißel nutzte und sich damit peitschte.

Lorsque je suis arrivé à Herbstein, j’ai eu l’impression que cet endroit m’accueillait comme une vieille amie. Dès mes premiers pas, une familiarité tranquille flottait dans l’air – presque comme si le sol lui-même reconnaissait mes pas. Je me suis plongé dans le charme hivernal et sombre de cette région, où le silence parle son propre langage et où chaque respiration me relie plus profondément à la terre. Au-dessus de moi, des grimpereaux, des mésanges et des moineaux chantaient – leurs voix étaient un doux salut du printemps à venir. Des écureuils s'affairaient entre les branches, et alors que l'obscurité enveloppait le jour, le cri d'une chouette m'a procuré un sentiment de calme et de sécurité. Cette nuit-là, un ciel d'une rare clarté s'est ouvert au-dessus du village de vacances. Les constellations semblaient me murmurer des histoires, et je sentais mes pensées s’envoler au loin – au-delà des forêts, vers des aspirations et des objectifs enfouis au plus profond de moi. Sous ce firmament scintillant, chaque mot, chaque sourire et chaque pensée semblait prendre tout son sens. Je sentais que tout ce qui est visible n’est qu’une partie d’un tissu plus vaste qui nous relie les uns aux autres. Ce tissu – aussi fin que la lumière dans la rosée du matin, aussi solide que les racines des vieux arbres – est devenu pour moi le symbole de notre thème : « Weaving the Web ». Je pouvais littéralement sentir comment les idées, les actions et les rencontres s’entremêlent pour former un réseau vivant : l’homme et la nature, le passé et l’avenir, le rêve et l’action. Chaque fil que nous tissons ensemble,apporte sa propre touche d'éclat à l'ensemble. Dans le sol gelé, j’ai déchiffré les traces du gibier – de discrets récits de la vie nocturne invisible, qui continue de suivre son cours dans un ordre silencieux. La rivière, sauvage et indomptable, délimitait un espace où la nature et l’homme peuvent respirer côte à côte. Je me suis laissée porter entre bosquets, sentiers enchantés et clairières ouvertes – des lieux qui invitent à s’attarder, à rêver et à écouter. Une énergie particulière et lumineuse imprégnait cet endroit. Je la sentais dans le vent, dans les branches, dans la mousse sous mes pieds. C'était comme si les gardiens de cette terre nous observaient d'un regard bienveillant – comme s'ils voulaient dire : « Vous êtes les bienvenus. » À la fin de notre cercle, un renard est apparu. Silencieux, vigilant, majestueux. Pour moi, il était un messager entre les mondes – l'animal totem de notre cercle, qui nous protégeait et me confirmait que nous étions sur la bonne voie. C’est ainsi que ce week-end de préparation à Herbstein m’a fait ses adieux, comme une compagne qui me chuchote : « Continue. » Je suis revenue en tant que membre d’une communauté qui relie le visible au mystérieux – avec en moi une étincelle porteuse d’idées, de confiance et de la certitude que chaque pas, aussi petit soit-il, fait partie d’un grand chemin commun. Anam Cara photo: Anna Oakflower







